Meine Vorstellungen vom Leben als junger Mensch, wie ich die Schule abgebrochen habe und meine Erfahrungen mit dem System

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Viele Menschen, und zu denen gehöre auch ich, fallen von vorneherein aus dem gesellschaftlichen Wirtschaftssystem heraus, versuchen oftmals immer und immer wieder, einen Platz darin zu finden mit einer schönen geregelten Tätigkeit, scheitern aber dann an den Regeln und Vorgaben – Dingen wie dem Schulsystem, den erforderlichen Abschlüssen um bestimmte Ausbildungen oder Studien absolvieren zu können, den Uhrzeiten am Arbeitsplatz oder dem unfreundlichen Umgangston auf „Arbeitsplätzen“ generell.

Eine gravierende Tatsache ist auch, dass die meisten Fulltimejobs ja oftmals nur lebenshaltungskostendeckend sind, eventuell grad noch ein Urlaub drin ist, es aber kaum möglich ist den Lohn seiner Arbeit auch anzusparen….kurzum, man fühlt sich eingesperrt, denn man verkauft seine eigene Lebenszeit nur um Kosten zu decken, und das ganze System ist ja tatsächlich so aufgebaut, dass es so gut wie unmöglich ist, von einem geregelten Job einfach mal auch Pause zu machen, zu chillen oder etwas anderes zu erleben und erst nach ein paar Monaten wieder weiterzumachen. Dann ist der Job weg. Man kann als „Normalverdiener“ sowieso nicht einfach mal so aufhören, denn alle Kosten müssen ja gedeckt werden. Wenn Du drin bist bist Du drin und musst funktionieren..

Als ich zur Schule ging, dachte ich immer dass man dann nach der Schulzeit frei ist und ein schönes Leben führen kann, da wo man möchte, mit tollen Hobbies wie Surfen und Schwimmen. Ich wollte gerne noch weitere Sprachen lernen, stellte mir vor im Regenwald zu arbeiten und Tierfotografin zu sein, oder Meeresbiologie zu studieren, viel zu reisen, Freunde in vielen Ländern zu haben und kreative Dinge zu lernen, zb. wie man Schmuck herstellt. Ich interessierte mich für indigene Stämme und deren Lebensphilosophien, liebte schon immer die Natur und die verschiedenen Landschaften unseres wundervollen Planeten, war ein weltoffener Mensch und machte mir keine Gedanken darum, später reich oder arm zu sein. Für mich war es immer eine ganz normale Vorstellung dass man dann später auch sein Geld verdient mit etwas was einem gefällt. Ich dachte, Arbeiten sei ein Mittel zum Zweck sich ein schönes Leben zu machen und stellte es mir auch nicht so starr, streng, mit komischem Umgangston und abgetrennt vom Privatleben vor.

Ich habe liebe Eltern, die mir jeder auf seine Weise in meiner frühen Kindheit  viele wichtige Dinge beibrachten und zeigten, die immer noch fest in mir verankert sind.

Dass nachher alles anders kommen würde, hätte ich niemals gedacht damals, als ich mich ab der 3. Klasse  in der Schule zu langweilen begann und anfing von Ferien zu Ferien zu leben.
Die ersten 2 Schuljahre waren übrigens noch ganz schön, weil ich in einer kleinen Dorfschule war mit einer tollen Lehrerin, wir waren nur 3 Leute in einer Klasse und alle Klassen waren zusammen in einem Raum, es war richtig familiär.
Ab der 3. Klasse kam ich leider in eine Waldorfschule. Ich war immer eine überdurchschnittlich gute Schülerin und diese Schule ist eher etwas für Langsamlerner. Deshalb langweilte ich mich meistens sehr. Mit 30 Schülern in einem Raum sitzen und Pflichtfächer durchnehmen, oft bei stickiger Luft, da im Winter das Fenster nicht geöffnet wurde. Das einzige was mir richtig gut gefiel, waren die Klassenfahrten, die wir auch in ferne Länder wie Estland und Schweden machten und einmal auf 2 alten Segelschiffen in Holland verbrachten. Diese Reisen waren ein sehr guter Input für meinen Lebenshunger, Fernweh und Drang nach mehr Abenteuer!
Und mit den Freundinnen rotteten wir uns trotzdem zusammen und beschäftigten uns in der Freizeit mit anderen Dingen die uns interessierten.

Da ich noch jung war und wie alle in unser System hineingeboren wurde, stellte ich es aber auch nicht direkt in Frage. Schule, da musste man halt durch, und hinterher würde schon alles besser werden.
Ich glaubte an die Freundlichkeit der Menschen und an ein glückliches Leben.
Natürlich wusste ich dass es auch nicht so schöne Sachen gab wie Krieg, Tierversuche und Umweltverschmutzung und mir war klar, dass nicht immer alles einfach sein würde.

Aber dass dieses ganze Thema um Geben, Nehmen und Geldverdienen mich jahrelang beschäftigen würde und so ein Riesenthema werden würde dass ich jetzt mit Ende 30 darüber einen Blog ins Leben rufen würde, hätte ich mir damals nicht träumen lassen!!

Warum mache ich das?
Inzwischen habe ich das gefunden was ich liebe und ich würde Euch durch diesen Blog gerne an der Entstehung teilhaben lassen, weil es mir ein Bedürfnis ist, vielen anderen Menschen Mut zu machen, Mut zum Abenteuer! In der geschlossenen Facebook-Gruppe wird es die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch geben.
Nun, ich glaube dass meine Erfahrungen vielleicht jungen Menschen helfen können die vor ähnlichen Fragen stehen wie ich damals. Auch kann ich mir vorstellen ein Ansprechpartner für Eltern junger Menschen zu sein. Wenn man grad in der Zeit des Übergangs zum Erwachsenwerden nicht die richtigen Möglichkeiten aufgezeigt bekommt, landet man nach der Schule schnell wieder in der Mühle ohne richtig rausgegangen zu sein.
Ich habe sehr lange gebraucht um zu begreifen dass es nichts bringt immer und immer wieder zu versuchen sich anzupassen an etwas was einem nicht liegt  – und ich habe vieles ausprobiert! – und ich bin der Meinung dass uns viele Dinge die im Leben so wichtig sind um in die eigene Kraft zu kommen, uns zwar oftmals durchaus von den Eltern beigebracht werden, aber dann in der Schule, Ausbildung und am Arbeitsplatz leider oft wieder in Frage gestellt werden. Viele Menschen leben dann das ganze Leben lang oder zumindest eine lange Zeit damit im Konflikt und finden kaum Alternativen.

Irgendwann in der 11. Klasse fühlte ich mich in der Schule nicht mehr wohl. Ich interessierte mich für so viele Dinge die ich lernen und tun wollte und fühlte mich in der Schule eingesperrt, hatte das Gefühl meine wertvolle Lebenszeit nur abzusitzen.  Für mich wesentliche Dinge wie die Planeten und das Sonnensystem, wichtige Naturzusammenhänge, und ganz wesentliche Sachen wie die Namen der Vögel und Bäume wurden in der Schule nicht behandelt, stattdessen wurde es immer abstrakter und ging immer mehr um mathematische Formeln. Es ging um Stoff aufholen, und es gab Panik wegen den Abschlüssen. Es fehlte die Lebendigkeit und auch fehlte mir die Bewegung, dieses ewige Stillsitzen in einem Raum war mir zuwider, ich brauchte Sport, Schwimmen und andere neue Dinge zum lernen, auch wollte ich gerne noch mehr andere Länder und fremde Kulturen kennenlernen – warum sollte all dies warten bis später???
Genau dann und zeitgleich als ich erstmals unabhängig in einer WG wohnte, hatte ich aufgrund eines Projektes an dem ich mit Reinhard Behrend von Rettet den Regenwald e.V. mitarbeitete, die Gelegenheit nach Costa Rica mitzufliegen und bekam dafür auch die Erlaubnis von der Schule. Wir waren von lokalen Umweltorganisationen eingeladen worden, die den Bau einer Industrieanlage für die Herstellung von Pappe mit einem Hafen in einer nahezu unberührten Bucht am Golfo Dulce verhindern wollten. In Costa Rica traf ich dann einige wirklich tolle Menschen die mich sehr inspirierten und herzlich in ihrer Runde aufnahmen. Ich sah zum ersten Mal knallbunte Farben in der Tier- und Pflanzenwelt, schwamm morgens um 6 Uhr mit den Pelikanen im Pazifik und aß Mangos direkt vom Baum. Dort wurde mir klar, dass ich einen Weg finden wollte weiterzumachen auch ohne Schule.
Meine Erlebnisse in Costa Rica, die Überlegung dass man auch ohne das Abitur ein tolles Leben haben und etwas bewegen kann und die Erfahrung dass man auf einer Bananenplantage nicht einfach so arbeiten gehen kann werde ich Euch aber in einem extra Artikel erzählen.
Als ich die Schule dann ein halbes Jahr später nach einigen Überlegungen, guten Gesprächen mit meiner Mutter und gescheiterten Gesprächen mit meinen Lehrern abgebrochen hatte, waren die meisten Menschen in meinem Umfeld entsetzt und ich hatte fast das Gefühl etwas Kriminelles getan zu haben, auch wenn ich nur gute Absichten hatte und an mich glaubte und für mich einfach nur die richtige Entscheidung treffen wollte. Plötzlich hatte ich keine Ansprechpartner mehr außer meiner Mutter und ich verlor dann sogar (wahrscheinlich unrechtmäßig) mein WG-Zimmer aufgrund dieser Tatsache, welches durch das Jugendamt bezahlt wurde solange ich zur Schule ging. Dadurch dass ich dann direkt obdachlos war, hatte ich nicht so einen guten Start. Es war Januar und kalt und grau. Ich reiste zwar ein wenig in Spanien und Marokko herum, wobei Spanien mir sehr gut tat, weiße Häuser und knallblauer Himmel im Januar!, aber die Tatsache dass ich kein Zuhause mehr hatte als ich zurück nach Deutschland kam, war in diesen jungen Jahren mehr als bedrückend und so lebte ich insgesamt 4 Jahre lang auf der Straße. Manchmal zu Besuch bei Freunden und Bekannten, zeitweise in einem geliehenen Wohnwagen und später geriet ich in die Hausbesetzerszene, wo ich noch andere meist auch junge Leute meiner „Art“ traf. Die meisten davon gestrandete junge Leute wie ich, Hippies, Freaks, Punks, viele von ihnen arbeiteten mit Leidenschaft gegen das System und waren aktiv an politischen Demonstrationen beteiligt, was für mich aber auch keine Lösung darstellte. Zudem suchte viele von ihnen ihr Essen im Müll, abgelaufenes Essen, was die Supermärkte in ihre Mülltonnen warfen. So ein Leben wollte ich einfach nicht! Es machte mich traurig das mitanzusehen wie meine Mitbewohner ihre Müllcontainertouren abends machten und politisch absolut davon überzeugt waren etwas Gutes zu tun, da das Essen ja noch gut war und sonst verkommen würde. Trotzdem wollte ich nicht im Müll leben und Weggeschmissenes essen!
Ich erinnere mich immer noch daran wie ich oft abends durch die Straßen ging und von außen in die beleuchteten Wohnzimmer hineinsehen konnte. Ich fragte mich immer wieder ernsthaft wie ich mir so ein Leben leisten sollte ohne mich zu versklaven, denn man konnte ja mit dem was man so in normalen Jobs verdiente, nicht einfach mal Pause machen ohne dass man die Wohnung verlor. Nicht, dass ich was dagegen hatte zu arbeiten, aber ich hatte keine Ahnung von Mietverträgen und Verpflichtungen und was war, wenn man einen Job verlor etc.?  Ich machte natürlich dann parallel dazu Erfahrungen mit verschiedenen Jobs wie Gärtner, Kellner, Briefträger, Veranstaltungshelfer, Fabrikarbeiter. Wobei mir das Kellnern noch am meisten Spaß machte, weil die Arbeitszeiten meistens flexibel waren und man sich das von Woche zu Woche zusammen mit den Kollegen einteilen konnte. Die Fabrikarbeit am Fließband fand ich auch interessant um überhaupt mal zu sehen wie so ein Produkt entsteht (Pralinen, Marzipankartoffeln, Matratzen, Elektronikteile), aber das machte ich dann mal 3-6 Monate und danach hatte ich genug gesehen. Ich konnte mir nicht vorstellen wie die älteren Kollegen das 15 Jahre oder so zu machen nur um sich dann einen Kredit für ein Haus zu leisten. Mir war einfach dann nach einer Weile meine Zeit zu schade und ich wollte weiter.
Ab und zu trampte ich mit meiner Schwester nach Spanien, Frankreich und Italien, ich fing auch an Spanisch zu lernen, aber mir fehlte einfach ein Weg wie ich umsetzen konnte mir ein schönes Leben aufzubauen an einem guten Ort. Wenn wir dort hintrampten waren wir nur Besucher. Und wenn das Geld alle war, trampten wir zurück nach Deutschland.

Später schaffte ich es aber. Wie ich einige Jahre später dann wirklich in Spanien landete und dort die schönsten Jahre meines Lebens hatte – in Andalusien als Reiseleiterin und Wanderführerin und an der Rezeption einer Tauchschule und mir dann anschließend mein eigenes Business aufbaute, das werde ich euch ebenfalls in einem extra Artikel erzählen! Deshalb bleibt dran wenn es Euch interessiert und abonniert mich!

In Spanien lief es schließlich gut, aber aufgrund verschiedener Ereignisse und und emotionaler Begegnungen zog es mich dann nochmal nach Südamerika / Bolivien, wo ich 3 Jahre blieb. In La Paz kam meine wunderbare Tochter Yasmine zur Welt! Auf Dauer kam ich aber dort mit der Kultur und Mentalität nicht zurecht und habe mich nicht richtig zuhause gefühlt, obwohl ich viel gelernt habe, wichtige Erfahrungen gemacht und faszinierende Landschaften kennengelernt habe. Bin aber auch durch viele Tiefen gegangen und bin mit unschönen Dingen konfrontiert worden. Dazu auch später mehr!
Im Endeffekt habe ich mich vom Vater meiner Tochter getrennt und bin mit ihr nach Deutschland gegangen, habe mir erstmal eine Auszeit genommen, staatliche Unterstützung für Alleinerziehende erhalten und meine Familie und Freunde wieder gesehen.
Fing dann bald wieder an nach Wegen zu suchen, um dem Hamsterrad zu entkommen.

Da ich ja mit dem Leben als Mutter sowieso keinen Job als Angestellte machen konnte – es ist einfach nicht vereinbar von den festen Zeiten her und dann verdient man natürlich zu wenig, weil man ja nur ein paar Stunden am Tag machen kann – beschäftigte ich mich dann mit Wegen für ein Leben abseits der Mühlen und Hamsterräder mit dem Verkauf auf Märkten und Festen und über das Internet. Das gab mir wieder ein Stück Freiheit zurück und die Möglichkeit mit Phantasie, Spaß und Kreativität aus fast nichts Geld zu machen und das Gefühl des sich füllenden Portemonnaies! Die Arbeit mit Kind auf Märkten und Straßenfesten ist möglich, und da werde ich auch noch gesondert drauf eingehen und Euch Tipps und Anleitungen geben!

Nun geht es aber nach insgesamt 10 Jahren wieder zurück nach Spanien, weil ich gemerkt habe dass ich dort einfach schon mein Zuhause gefunden habe. Ich werde mein Business von damals wieder aufnehmen und Ihr könnt mich dabei begleiten.

Ich möchte hier meine eigene Geschichte erzählen und Menschen Mut machen die immer wieder im System „scheitern“. Es geht doch vor allem darum im Leben glücklich zu sein, etwas Gutes zu bewegen – und nicht darum sich abzuquälen und sich in etwas hineinpressen zu lassen weil man es scheinbar „muss“.
Darüber hinaus gebe ich praktische Tipps wie man gerade abseits vom Mainstream mit Kreativität und Spaß Geld verdienen und das eigene Leben gestalten kann und möchte hier auch gerne viele andere Menschen zu Wort kommen lassen.
Lasst mir gerne Kommentare und Feedback da und sagt mir doch, ob Euch mein erster Artikel gefallen hat!

Es wäre toll, wenn ein schöner Austausch entstehen würde!
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